Elvis Costello versus Willy DeVille (& vice versa)

Im Frühjar 1978 tourten Elvis Costello & The Attractions gemeinsam mit Rockpile und Mink DeVille durch die amerikanische Provinz.

In seiner Autobiografie widmet Costello Willy DeVille, dessen Image/Bühnenshow er (nicht ganz zu unrecht) als „cartoon junkie melodrama“ charakterisiert, ein paar Zeilen:

The act in the middle of the bill was Mink DeVille. They were led by Willy, an emaciated chap, who traded heavily in mythic street stories that I didn’t quite buy. His girlfriend, Toots, looked like a bag of old clothes that had been abandoned when The Shangri-Las left town and seemed to take offense at the slightest thing. There was always the threat that a knife was not very far out of sight. Maybe they were just drinking a different kind of poison.
Willy had a couple of good songs but he always dragged them out into contrived theater, doing a dramatic James Brown–style genuflection on the cue of a rim shot. I sort of dialed him out once I noticed that he wore pads under his shiny Italian suit to protect his skinny kneecaps.

 

COSTELLO, Elvis (2015), Unfaithful Music & Disappearing Ink, New York: Blue Rider Press, S. 298

Dass Willy DeVille auch nicht viel – genauer gesagt: gar nichts – von Elvis Costello hielt, war mir lange bekannt: Seit jenem sonnigen Junitag heute vor 40 Jahren, an dem mir beim flanieren durch Köln der Spanish-Stroll-Hitsänger über den Weg gelaufen war.

Beim vom WDR für den Rockpalast aufgenomnenen Meat-Loaf-Konzert am Sonntag hatten wir uns nach den nächsten TV-Aufzeichnungen erkundigt. Produktionsleiter Wilhelm Lang erläuterte die Planungen und sagte, dass am nächsten Freitag (19. Juni) Elvis Costello & The Attractions nach Köln kommen.

Wahnsinn! Besser geht es nicht kaum NICHT!

Tickets gab es zwar keine mehr, aber Lang gab uns seine Visitenkarte: „Damit kommt ihr problemlos rein.“

Bevor ich mich am Abend mit Eric beim Studio L [1] traf, klapperte ich die Schallplattenläden ab. In der Fußgängerzone (Hohe Straße) fiel mir ein  entgegenkommendes Trio auf:

Eine Frau in einem gelben Capitol-Records-Blouson, eine andere Frau, deren Frisur und Kleidung stark an die Sixties erinnerte, und zwischen beiden ein langer & dürrer Typ mit Schnurrbart in einer Jacke aus Schlangenleder.

Das konnte doch nicht Willy DeVille sein. Das Mink-DeVille-Konzert, für das ich gerade Karten gekauft hatte, war doch erst am Montag.

Was machen? Eigentlich bin ich ja nicht der Typ, der frei umherlaufende Popstars einfach so anspricht, aber …

Jedenfalls muss ich irgendetwas sehr intelligentes („Hello! Are you Mink äh Willy äh De äh Ville?“) gesagt haben, denn Willy lud mich ein mitzukommen.

Die drei wollten Essen gehen und während ich noch überlegte, ob ich es mit meinem Gewissen als Punk und Fanzine-Schreiber vereinbaren kann, auf Kosten von EMI Electrola zu speisen, kehrten wir bei Burger King ein.

Willy sagte, dass er am Abend ein TV-Konzert geben würden – und mir schwante schlimmes. [2]

Obwohl ich mir Mühe gab, konnte ich meine Enttäuschung, dass ich Elvis Costello verpasst hatte, nicht verbergen.

Dies brachte wiederum Willy so richtig in Fahrt: Er erzählte diverse Geschichten über die gemeinsame Tour und als ich ihm das geplante Cover für die nächste Ausgabe unseres Fanzines zeigte, griff er zum Kuli:

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Fanzinecover (Entwurf), additional art & Ketchup-Fleck by Willy DeVille, Wasted Vinyl Collection

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Kommentar überflüssig.

Ein weiteres Highlight war, als Willy mich zur Seite nahm (damit seine Frau/Freundin und die EMI-PR-Tante nichts hörten) und fragte, ob ich ihm Heroin besorgen könne.

Konnte ich nicht.

Natürlich hatte seine Frau/Freundin doch gemerkt, was Willy wollte, und etwas später bat sie mich unauffällig, nichts zu unternehmen. [3]

Der Rockpalast-Auftritt und das Konzert im Sartory-Saal waren beide hervorragend.

Leider scheint auch diese Rockpalast-Konserve nur im Dunkelkammer-Look überlebt zu haben. [4]

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Wasted Vinyl Collection

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Wasted Vinyl Collection

[1] Im Unterschied zur „Diskothek im WDR“, die im Keller des Funkhauses (am Wallraffplatz) war, lag das Studio L nicht in der Nähe des Doms, sondern rund fünf Kilometer entfernt (in der Südstadt?).

[2] Elvis Costello & The Attractions hatten ihre Rockpalast-Auftritt bereits am Vortag absolviert.

[3] Beim Konzert drei Tage später bedankte sie sich nochmal.

[4] Eric Hysteric & ich saßen (von der Bühne aus gesehen) rechts (in der zweiten oder dritten Reihe), schräg hinter Alfred Biolek.

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Meat Loaf, Offenbach, Stadthalle, 11. Juni 1978 (Rockpalast)

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Wasted Vinyl Collection

Heute vor 40 Jahren standen Eric Hysteric und ich begeistert in der ersten Reihe als Meat Loaf – mit Jim Steinman und Karla DeVito – „Bat Out Of Hell“ auf die Bühne der Stadthalle Offenbach brachte.

Das Album war fünf Jahre lang von diversen Labels abgelehnt worden, und auch die Musikkritiker, die 1977/78, sofern sie ihren Job behalten wollten, auf den Punk- bzw. New-Wave-Zug aufspringen mussten, waren alles andere als begeistert: Bombast, Kitsch, bei Phil Spector und Bruce Springsteen geklaut usw. lauteten die häufigsten Vorwürfe.

Dabei sind es genau der Bombast, der Kitsch und die Hommagen an / Parodien auf Spector und Springsteen bzw. auf den Sound der New Yorker Girl Groups der frühen 1960er Jahre, die das von Todd Rundgren produzierte Album zu einem Meisterwerk machen.

Leider kommt in der Rockpalast-Aufzeichnung (WDR) die spezielle Atmosphäre der Show [1] nicht einmal ansatzweise rüber: Ton- (miserabel) und Bild-Qualität (viel zu dunkel) der von Eagle Rock Entertainment 2009 veröffentlichten DVD „Bat Out Of Hell – The Original Tour“ sind eine Frechheit. [2]

[1] Als Meat Loaf kollabierte, stürmten diverse Roadies mit einer Sauerstoffflasche zu dem Fettwanst und starteten (erfolgreich) die Wiederbelebung. Schmierentheater in höchster Vollendung!

[2] Das „Interview“ von Jörg Gülden mit Meat Loaf & Jim Steinman hätte man sofort löschen sollen …

Wasted Vinyl Info zu „Saufen ohne Ende“ (Mai 1984)

DER DURSTIGE MANN – Saufen ohne ENDE (WASTE 8)

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Pressemitteilung Mai 1984, Wasted Vinyl Collection

Es gab in der letzten Zeit so vieles an unsinnigen Gerüchten zu hören, dass uns eine Richtigstellung unumgänglich erscheint:

Es ist unwahr, dass DER DURSTIGE MANN zur Aufnahme ihrer Maxi „Saufen ohne Ende“ Studiomusiker benötigten, da sie selbst musikalisch unfähig seien.

Auch ist es gelogen, dass John Caffery die Platte produziert haben soll.

Der neueste DDM-Klassiker wurde ausschließlich von folgenden Musikern eingespielt:

Markus Monoton – Gesang

Eric Hysteric – Bass, Gitarre, Casio, Gesang

Bernd Hasenfus – Schlagzeug

Bernd, der normalerweise bei den COCKS IN STAINED SATIN das Schlagzeug bedient, brach – wie auf dem Schnappschuss links historisch festgehalten – extra aus einer Frankfurter Strafanstalt aus, um rechtzeitig bei den Plattenaufnahmen dabei sein zu können.

Damit haben wir wohl das Wichtigste klargestellt, und wir hoffen, dass in Zukunft nicht noch dümmerer Klatsch umgeht!

Diese Seite bleibt leer

Von Eric Hysteric (Ultra Hard Core Punk Sound, Nr. 33, Februar 1981)

Ich wollte über Discharge, die Cockney Rejects und Epi-x schreiben, einen Bericht über Brighton Rock und einen Rückblick auf die Dils.

Nichts damit.

Auch mein Popbuch hab‘ ich aufgegeben.

Rock’n’Roll ist ein Produkt von heute für heute.

Wie kann man nur auf die dämliche Idee kommen, ihn in (Geschichts-)Büchern analysieren zu wollen?

Damit stempelt man sich selbst doch nur zum Langweiler ab.

Da schreib‘ ich lieber über das, was heute läuft …

Außerdem: Ihr könnt sowieso vergessen, was ihr je über Punk gelesen habt.

Ihr könnt alles vergessen.

Fast die gesamte Musik ist passé.

Es gibt Black Flag.

Sie haben zwei Songs auf Vinyl („Depression“, „No Values“), die eine neue Welt eröffnen:

Black Flag – alles andere weg.

P.S.

Sei froh, dass du dies jetzt liest und nicht in einem blöden Buch in ein paar Jahren.

Wasted Vinyl Info zu „Saufen ohne Ende“ (November 1984)

DER DURSTIGE MANN – Saufen ohne Ende (WASTE 8) 

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Pressemittelung 11/84, Wasted Vinyl Collection

Heutzutage passieren schon seltsame Dinge ….

Könnt Ihr euch noch erinnern, wo Ihr das Sex Pistols „Belsen Was A Gas“-Bootleg herhabt?

Doch nicht etwa auch aus diesem Punk-Kultladen nahe Ladbroke Grove (London)? [1]

Oder doch??

Könnt Ihr euch noch erinnern, wo Ihr diese Scheibe gekauft habt?

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Bestimmt nicht in diesem Drecksladen.

Denn dort wird die Platte gar nicht mehr angeboten, weil der Sänger angeblich ein NAZI sei.

Lächerlich, so der Kommentar von WASTED VINYL!

Jeder In RHEIN-MAIN weiß, dass Monoton jedem auf’s Maul hat, der keine Zigarette oder wenigstens ein Badge für ihn übrig hat, egal, ob rot oder schwarz.

Von Diskriminierung kann gar Rede sein.

Wer eine harmlose Party-Platte wie diese aus solch nichtigen Gründen zensiert, ist wohl selbst der größte NAZI!!!

MERKE: Wichtigtuerei und Zensur waren schon immer Kennzeichen des Faschismus.

PROST!

 

[1] Für die (zu) spät geborenen: Gemeint ist der (damals einzige) Laden von Rough Trade (ursprünglich 202 Kensington Park Road, ab Juli 1983 130 Talbot Road).

Bootlegs waren für Geoff Travis & Co. eine lukrative Marktnische. Dies änderte sich erst im Sommer 1979 nach einer von der Lobbyorganisation British Phonographic Industry (BPI) im Rahmen der „Operation Moonbeam“ (Bekämpfung der Tonträgerpiraterie) veranlassten Razzia (vgl. HEYLIN 1994.216).

Literatur:

HEYLIN, Clinton (1994), Bootleg. The Secret Histroy Of The Other Recording Industry, New York: St. Martin’s Griffin

Zusammengeschustert und mies recherchiert: „American Scene – Los Angeles“

Von Volker H (Leserbrief in tip 26/80, S. 5f)

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Betr.: „American Scene – Los Angeles“, Bericht von W. Freund in tip 23/80

Ich habe noch nie in meinen Leben einen Leserbrief geschrieben.

Jetzt ist es soweit.

Der Artikel „American Scene – Los Angeles“ (Nr. 23/80) hat wirklich alles übertroffen, was ich je Unsinniges über amerikanischen New Wave gelesen habe.

Eine solche wüste Mischung aus gnadenloser Ahnungslosigkeit, dreisten Falschinformationen und dünnem Geschwätz ist mir noch nicht untergekommen.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie eine solche Reportage zustande kommt. Zunächst fehlt dem Reporter jeder Überblick, jede Vorinformation, kurz: Er hat von Tuten und Blasen keine Ahnung, interessiert sich auch nicht die Bohne für New Wave und kennt, wenn’s hochkommt, die Talking Heads.

Aber egal, er muss ja einen Artikel schreiben.

Er fährt also auf gut Glück nach LA. Aber da er keine Zeit hat, sich umzusehen, muss er sich einfach auf die Informationen verlassen, die ihm irgendwelche Leute aufschwätzen.

Ein Journalistenschicksal …

Und so ist es natürlich kein Wunder, dass er dann nicht etwa über die sog. LA-Scene berichtet, sondern über die paar Gruppen, die er in der Hetze zufällig erwischen konnte.

Logischerweise werden das meistens Gruppen sein, die momentan „angesagt“ sind.

Kein Wunder also, dass aus der Reportage blitzschnell ein PR-Feldzug für ein paar völlig beliebige Gruppen wird.

Genauso oberflächlich und lachhaft arbeitet auch „Der Spiegel“ (jedenfalls bei Gebieten, von denen er nichts versteht).

Die Frage ist eben nur, ob ihr das als Kritik oder womöglich schon als Lob empfindet.

Quo vadis?

Jedenfalls hat W. Freund offensichtlich einen ganz mies recherchierten und zusammengeschusterten Bericht geschrieben.

Zum Beispiel das Erste, was einem in LA auffallen müsste, ist, dass es eben überhaupt keine (New-Wave-)Szene gibt, vielleicht nie gegeben hat (außer in Hollywood).

Ganz anders in San Francisco und New York. Vielleicht ist Los Angeles einfach zu groß und zersiedelt.

Was soll man von einem Artikel halten, der so überflüssige Bands wie Naughty Sweeties, The Knack, Bushboys, Surf Punks oder Oingo Boingo in den Mittelpunkt einer Reportage stellt?

Und dann auch noch mit Punk / New Wave in Verbindung bringt.

Was haben denn die Naughty Sweeties mit New Wave zu tun?

Das sind doch prototypische Mainstream-Rocker, keine Spur anders als zum Beispiel die auch erwähnten Motels.

Und The Knack?

Ich zitiere mal aus einer Publikation über The Knack:

And whenever there is Rebellion, whenever there is Revolution you can be sure there will be Counterrevolution lurching in the wings, waiting to subvert the essence of the Revolution to their own ends.

CX-Capes, Oakland 1980

Der einzige Grund, The Knack überhaupt zu erwähnen, kann ja wohl nur sein, dass der Autor nicht in der Lage ist, irgendwelche inhaltlichen Kriterien über kalifornischen New Wave zu entwickeln. Er muss sich einfach an ein paar halbwegs erfolgreiche Gruppen anhängen.

Genauso verfährt Wolfgang Freund auch bei der Aufzählung von ein paar Musikclubs, die er nennt.

Nur die bekannten Treffs nennt er, die heute noch wirklich interessanten Clubs erwähnt er gar nicht.

Besonders peinlich fiel mir dies auf bei Madame Wong’s und dem Sweetwater.

Unmittelbar neben dem Sweetwater liegt das Fleetwood, wo es wirklich heiß hergeht und keine langweilige Bar-Atmosphäre herrscht.

Genau 20 Meter von Madame Wong (in Chinatown) entfernt liegt das legendäre Hong Kong Cafe, wo tatsächlich Aktion ist und interessante Gruppen spielen und nicht nur dünnblütige Möchtegern-Stars (deshalb bekommen auch alle Gruppen, die dort spielen automatisch bei Madame Wong Auftrittsverbot! Hat Freund dies nicht gehört?).

Neben der ganzen tendenziösen (dabei dummdreisten) Hofberichterstattung fallen auch noch jede Menge kleine Falschinformationen auf, die zeigen, dass der Autor einfach nicht in der Materie drinsteckt.

Sein Glück ist nur, dass in der BRD wahrscheinlich 99,99% der Leser dies nicht erkennen können und deshalb alles fressen müssen!

So sind Devo und Rubber City Rebels keine LA-Gruppen. Sie kommen aus Ohio und leben jetzt in LA.

Weiß unser Freund das nicht?

Auch musikalisch fallen die Rebels völlig aus dem vom Artikel gesetzten Rahmen raus. Denn bei ihren Liveauftritten meint man, in London 1977 zu sein.

Nicht Whiskey a Go Go oder Starwood waren die beiden Hochburgen der frühen (Hollywood-)Punkszene, sondern The Masque.

Dass LA-Punks nach Patchouli stinken, ist mir nicht aufgefallen.

Devo waren meines Wissens nie bei Bomp unter Vertrag (sondern nur Vertrieb der frühen Singles!) usw. usw.

Ich könnte noch eine ganze Weile rum kritisieren, mache aber jetzt Schluss.

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Qualitätspresse: ZEIT-Online zum Spotify-Börsengang

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Screenshot, Zeit-Online, 3. April 2018

Mit welcher Sachkunde in der deutschen (selbsternannten) Qualitätspresse über die Medien- und insbesondere die Musikindustrie berichtet wird, zeigt heute wieder einmal ein langer Artikel zum Börsengang von Spotify bei ZEIT-Online.

Ein Beispiel (von vielen möglichen) genügt, um zu belegen, dass DIE ZEIT fake news verbreitet:

Bisher hat sich Spotify stets nur seinen Investoren erklärt, zu denen Goldman Sachs, Coca-Cola und eine ganze Reihe an Venture-Capital-Firmen zählen – die großen Plattenfirmen, über die in den früheren Krisenjahren so oft so viel gespottet wurde, gehören natürlich nicht zu den Spotify-Investoren.

PEITZ, Dirk (3.4.2018), Wie man Erfolg bezahlt

Das ist falsch!

Selbstverständlich haben sich die großen Plattenfirmen (wie schon damals bei YouTube) frühzeitig [1] Anteile an Spotify gesichert:

Universal Music Group (UMG): 6,7%

Sony Music Entertainment (SME): 5,7%

Warner Music Group (WMG): 3,8%

Und sogar kleinere Labels sind über Merlin mit 1,0% beteiligt.

Quelle: Spotify Technology S.A. (28.2.2018), Form F-1 Registration Statement (& eigene Recherchen).

[1] 2011, im Zusammenhang mit den Verhandlungen über die Gewährung von Streaming-Lizenzen vor dem Eintritt von Spotify in den amerikanischen Markt.

Vomit-Visions-Kritik in: Die Veräußerte Sachlichkeit. Das Anti-Fanzine der Superlative. Herbst 1981

DIE NEUE

Front

vorsicht beim auflegen der neuen Single von VOMIT VISIONS.

wenn du da nicht beide hände schnell genug zurückziehst, kannste gleich wehleidig schreiend zur mama rennen und ihr dein blutspritzendes fingerschen unter die schürze halten, nach trost, übershaarstreicheln und verbandszeug lechzen.

in der musik dieser platte steckt eine derart unbändige kraft, die gepflegte frische einer hinterhofschlächterei, die herrliche ruhe des hollywood blvd um 16.34 uhr und das überhaupt atemberaubenste tempo, das dir jemals frontal gegen den kopf geknallt ist und du ganz ernsthaft IHN fragst:

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mein gott, wie konntest du nur erlauben, eine dermaßen überschäumende energie in solch lächerlich kleine rillen pressen zu lassen, ohne das energiedefizit der brd für alle zeit gelöst zu haben???

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Mein LESER, was hält Dich jetzt noch vom kauf dieser single zurück?

stört dich, daß hans wurst autogramme nur noch auf langbeinige 14jährige mädchen mit blonden haaren kritzelt

oder daß VOMIT VISIONS alle funk- und fernsehauftrittsangebote bepinkeln & zerbeißen

oder meine fehlende begeisterung

oder daß bei Dir eh alles zu spät ist?

VÄS

„Die Veräußerte Sachlichkeit“ kam aus der Gegend von Bad Kreuznach und verfasst hat diese Kritik Kurt Scheiber.