The Jam, London, Rainbow Theatre, 8. April 1980

Von Eric Hysteric (Same Old Song, Nr. 28, Juni 1980)

Vorgruppe: The Records, langweilig, lahm, unbedeutend (schon zuviele Worte verloren).

Zwei Tage hintereinander das Rainbow Theatre vollzupacken, ist für die Jam heutzutage ein Kinderspiel. Und alle Anzeichen sprechen dafür, dass sich ihr Erfolg erst im Anfangsstadium befindet.

Ich glaube fest daran, dass die Jam innerhalb eines Jahres zur berühmtesten englischen Band werden, die wichtigste sind sie eh schon.

Es ist über zehn Jahre her, dass es den Kinks genauso gut gelang, die Situation in England scharf, präzise und bissig in ihren Lieder widerzuspiegeln.

Die Jam sagen in drei Minuten mehr über England als Queen Elisabeth in drei Jahren.

Es ist sicher ein Kunststück, Leben und Atmosphäre in den Rainbow zu bringen. Heute Abend jedoch ist die Stimmung besser als im 100 Club zu Jams Anfangszeit Anno 76.

Und die Jam (besonders Weller) spielen so aggressiv und geladen, dass es scheint, als hätten sie ihre Lieder gerade erst gestern eingeübt.

Obwohl sie starke Musiker sind, gibt es keine Schnörkel und keine überflüssigen Soli.

Selbstverherrlichung haben sie nicht nötig. Wellers raue Stimme und das dynamische Zusammenspiel sind Trumpf.

Mit „In The City“ geht es los und es folgen nahezu alle ihre Klassiker.

Zwei Worte von Paul Weller genügen und das Publikum ist kaum noch zu bremsen: „Going Underground“.

Bruce Foxton singt „Smithers-Jones“ und „David Watts“ und spätestens bei „Saturday Kids“ merkt selbst der legendäre letzte Depp, dass dies eins der besten Lieder überhaupt ist.

Jam benötigen keinen Speed von 200 mph und keinen Schreihals, um aggressiv und zynisch zu klingen.

Übrigen spielen die Jam heute mit einem Keyboard-Mann, der aber kaum auffällt und den Sound sowieso nicht verbessern kann.

Besonderer Höhepunkt: Als sechste Zugabe der Motown-Klassiker „Reach Out I’ll Be There“.

PAUL WELLER WILL BE!

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