Ultravox – Mainz, Eltzer Hof, 3. März 1978

Von Eric Hysteric (Querschläger, Nr. 12, März 1978)

Seltenes Erlebnis hierzulande: Punk in Mainz.

Und dann noch eine Riesengruppe wie Ultravox! [1]

Also nichts wie Sicherheitsnadeln, Tarnfarben und Stahlhelme besorgen und abfliegen.

Ja, tatsächlich: Man konnte viele Punks in dieser oder ähnlicher Aufmachung im fast vollem Eltzer Hof erleben.

Um so mehr wunderte es, dass die deutsche Rasierklingenbrigade im Unterschied zur englischen nicht gleich voll mitging.

Obwohl Ultravox mit

„I Want To Be A Machine“ (John Foxx spielte akustische Gitarre) und

„Rockwrok“ von Anfang an mit voller Power spielte, blieb das Publikum cool und ruhig auf den Stühlen sitzen.

Dann legte John die Gitarre beiseite und widmete sich der Show. Es folgten Songs wie

„Slipaway“ und

„The Frozen Ones“.

Und das Publikum sass immer noch wie angefroren.

Doch dann der magische Moment:

„The Man Who Dies Everyday“.

Wie auf Kommando stürmten die Punks vor die Bühne und starteten ein wüstes Pogo-Gehopse.

Höhepunkte (bei diesen Songs sprangen die Punks am höchsten) waren

„Artifical Life“ und

„Saturday Night In The City Of The Dead“.

Das am Anfang nicht optimale Zusammenspiel mit dem neuen Gitarristen Robin Simon (es war erst sein vierter Gig mit Ultravox) klappte nun besser.

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Set List, Front, Wasted Vinyl Collection

Zum Schluss gab’s dann noch

„The Wild The Beautiful And The Damned“, ein langsames Stück, bei dem (wie bei fast allen anderen) der Pianist und Geiger Billy Currie die musikalische Führung hatte.

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Set List, Back, Signed, Wasted Vinyl Collection

Mit langem Applaus ergatterte das Publikum zwei Zugaben:

„Fear In The Western World“ und noch mal

„Rockwrok“.

ultravoxjohnfoxx

Ultravox!, Gatefold Sleeve, Island/Ariola 1977, Signed, Wasted Vinyl Collection

Dabei schrie John Foxx mit allem, was er noch an Stimme übrig hatte, ins Mikrofon.

Ein sehr starker Gig dieser englischen Gruppe: Live sind fast alle Songs noch besser als auf Vinyl.

Bliebe zu bemängeln, dass sie nur gut eine Stunde spielten. Allerdings verausgabten sich Ultravox in dieser kurzen Zeit mehr als Pink Floyd während ihrer ganzen Tournee im letzten Jahr. [2]

P.S.

Eintrittspreise:

TicketUltravoxMainz.jpg

Ticket, Front, Wasted Vinyl Collection

Abendkasse 13,- DM, Vorverkauf 11,- DM.

TicketUltravoxMainzB.jpg

Ticket, Back, Signed, Wasted Vinyl Collection

Im Londoner Marquee kostete Ultravox Ende Januar ein Pfund (4,- DM)!!! [3]

 

[1] Wir hatten Ultravox (noch mit Stevie Shears) das erste Mal Ende August 1977 beim Festival in Reading gesehen, wo sie, obwohl (oder besser gesagt: gerade weil) ihre Musik überhaupt nicht zum Rest des Programms (Ultravox spielte Samstag nachmittags zwischen der George Hatcher Band und der Little River Band) und zu den Rahmenbedingungen (drei Tage Matsch) passte, einen starken Eindruck machte.

Einen sehr guten Überblick über die John-Foxx-Ära von Ultravox hat Chris Roberts für The Quietus geschrieben.

[2] Selbstverständlich war Eric Hysteric dabei gewesen, als Pink Floyd am 26. Januar 1977 in der Frankfurter Festhalle die Sau fliegen ließen.

[3] Zum Ausgleich schenkte uns Billy Currie ein paar seltene Singles 🙂

 

 

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