Patti Smith – Offenbach, Stadthalle, 20. März 1978

Von Eric Hysteric (Querschläger, Nr. 12, März 1978)

In der bis auf den letzten Platz besetzen Offenbacher Stadthalle gab Patti Smith ein atemberaubendes Konzert.

Alle Bandmitglieder waren in Hochform und Pattis Stimme swingte, wie man es so auf keiner ihrer Platten hören kann.

Pattis Versionen von Oldies wie „Be My Baby“, „Time Is On My Side“ und

„Gloria“ sowie Lenny Kayes Solo-Einlage „The Kids Are Alright“ übertrafen die Originale an Dynamik und Ausdruckskraft.

Auch die Eigenkompositionen waren viel rockiger und gehaltvoller als auf Vinyl.

Patti verausgabte sich vollkommen und riss die Fans förmlich von den Stühlen.

So gesellten sich selbst die „Intellektuellen“ zu den (wenigen) Punks (beide Gruppen zählen Patti ja zu ihren Idolen) und tanzten Pogo.

Im ganzen Konzert gab es nur wenige langweilige Momente, zum Beispiel, wenn Mrs. Smith ihre Gitarrenshow übertrieb.

Doch dies verzieh ihr das Publikum gerne, und zum Schluss wurde wieder kräftig gerockt.

Patti, selbst völlig aus dem Häuschen wegen des gelungenen Auftritts, gab dem begeisterten Publikum noch etliche Zugaben.

Zuletzt rief sie ihre Mitmusiker, die sich schon verdrückt hatten, noch zweimal zurück auf die Bühne.

Als der Gig dann doch noch zu Ende war, fuhr ich mit dem Gefühl nach Hause, eines der besten Konzerte meiner Zuschauerlaufbahn gesehen zu haben.

Deshalb verzeih‘ ich sogar den Ordnern, die sich anfangs sehr autoritär und stur aufführten.

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