RIP Christopher Paul CP Lee (1950-2020)

CP Lee war seit Mitte der 1960er Jahre eine zentrale Figur der Musikszene von Manchester. 1973 gründete er Alberto y Lost Trios Paranoias, deren von Nick Lowe produzierte Snuff Rock EP Stiff Records 1977 veröffentlichte.

Später arbeitete Lee als Journalist und lehrte an der Universität von Salford.

Er schrieb diverse Bücher, darunter Dylan Judas 1966 Like The Night [1], Shake Rattle And Rain: Popular Music Making In Manchester 1955 -1995 und

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When We Were Thin: Music, Madness and Manchester – Alberto Y Lost Trios Paranoias.

 

Letztes Jahr hat Ian Clayton CP Lee interviewt, bereits aus dem Jahr 2006 ist ein Gespräch mit Aidan Rourke.

 

[1] Während Bob Dylans Musikverlag normalerweise so um die tausend Dollar pro Liedzeile für Zitate in Bücher verlangt, musste Lee (bzw. sein Verlag) nur 35 Dollar zahlen. Später kaufte das Dylan-Management 500 Exemplare des empfehlenswerten Buchs.

 

 

 

 

RIP Florian Schneider (1947-2020) & Millie Small (1946-2020)

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© Screenshot WDR

Florian Schneider, une légende de la musique électronique, est décédé

Europe Endless: Remembering Florian Schneider

Der kalte Deutsche: Zur Thermoästhetik von Kraftwerk. Anlässlich der Nachrufe auf Florian Schneider

Boing, bum, tschak

A Techno Group Wary of Technology

Weißkittel im Kling-Klang-Labor

7 1/2 x Kraftwerk

Das Techno-Missverständnis

From Germany to Detroit and back: how Kraftwerk forged an industrial exchange

Artists Mourn Death of Kraftwerk’s Florian Schneider: ‚The Man Machine Lives On…‘

From Miley Cyrus to Coldplay, 10 Surprising Songs That Sampled Kraftwerk

Kraftwerk’s 10 Best Songs

Eric Hysteric’s Lieblingslied von Kraftwerk

Millie Small, My Boy Lollipop singer, dies aged 73

Selbstverständlich wurde auch der allererste Ska-Hit in Deutschland zu einem Schlager verhunzt.

Karl Bruckmaier kann schon mal die nächste Extra-Ausgabe von „Der Letzte macht das Licht aus“ für Pfingsten planen.

 

 

RIP Dave Greenfield (1949-2020)

Stranglers Keyboardist Dave Greenfield Dies at 71

Dave Greenfield … was the difference between The Stranglers and every other punk band.

Hugh Cornwell

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© Screenshot Twitter

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The Stranglers, Köln, Satory-Säle, 20. Juni 1978, Wasted Vinyl Collection

An das Konzert hab‘ ich kaum konkrete Erinnerungen: Ein sehr heißer Sommertag in Köln, die Satory-Säle waren überfüllt.

Als Vorgruppe gab es die Label-Kollegen 999. [1]

Die Stranglers sahen alt und zum fürchten aus, was mich aber nicht von einem Besuch backstage abhielt.

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The Stranglers, Black And White, United Artists Records (UK), UAK 30222, 1978, Signed, Wasted Vinyl Collection

 

[1] Vor oder nach dem Auftritt gab Nick Cash (in der Garderobe oder war es ein Treppenhaus?) vor etwa 10 bis 15 Leuten ein Solo-Konzert (mit batteriebetrieben Verstärker). Dies war das erste Mal, das Eric Hysteric & ich mit Hans Wurst in einem kleinen Raum waren.

Radiotipp: Der Letzte macht das Licht aus. Die Toten des Pop-Jahrgangs 2019

Alle Jahre wieder erinnert Karl Bruckmaier im Zündfunk von Bayern 2 an in den letzten zwölf Monaten verstorbene „Musiker, Popstars. Rumhänger, Taugenichtse.“

Live am 28.Dezember von 19.05 bis 21.00 Uhr (hier: https://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/ausstrahlung-1977620.html), danach als Podcast (hier: https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/die-toten-des-pop-jahrgangs-100.html).

RIP Kim Shattuck 1963-2019

Gestern ist Kim Shattuck gestorben.

In den 1990er Jahren waren die Muffs aus Los Angeles eine der wenigen neuen Punkbands, die man hören konnte.

Am 27. Juni 1995 spielten die Muffs (und nicht Wilco, wie auf dem Ticket steht) als support act von Veruca Salt in der Batschkapp.

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Wasted Vinyl Collection

Zur Feier des Tages war der legendäre Charlie Chainsaw, Herausgeber von Chainsaw, Mastermind hinter Rancid Hell Spawn und Besitzer von Wrench Records aus London eingeflogen. Eric Hysteric & ich trafen ihn nachmittags bei WOM, oben im Horten auf der Zeil. Dann ging es runter in den Keller, in die Gourmet-Abteilung und Eric trank ein paar Bier …

Als wir schließlich in der Batschkapp ankamen, hatte das Konzert schon angefangen. Eric war sofort sauer wegen des schlechten Sounds: Er stürmte vor zur Bühne, schnappte sich ein Mikro und schimpfte über die miserable Abmischung.

Schnell kamen die Ordner und schmissen ihn raus. Aus Solidarität verbrachten Charlie & ich den Abend mit Eric im Elfer … [1]

 

[1] Das war das letzte Konzert, zu dem ich gemeinsam mit Eric gefahren bin (und eventuell das letzte Konzert überhaupt, bei dem wir beide waren).

RIP Barrie Masters 1956-2019

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Screenshot Twitter

Musikalisch hatten Eddie And The Hot Rods (abgesehen von der Power) nichts mit Punk gemein, trotzdem gehören sie (wie Dr. Feelgood) zu den Wegbereitern des britischen Punks:

  • Sie inspirierten Joe Strummer dazu, die 101ers zu verlassen.
  • Die Sex Pistols spielten ihr erstes Konzert in London (Marquee Club, 12/2/76) als support act von Eddie And The Hot Rods (und zerstörten deren PA).
  • Stiff Records druckte 1977 aus Versehen zu Werbezwecken ein Bild der Pub-Rocker (unter Vertrag bei Island Records, dem Vertriebspartner von Stiff) auf die Rückseite der ersten Auflage (5.000) des ersten Damned-Albums.

Ihren größten/einzigen Hits hatten sie im August 1977, als Eric Hysteric & ich sie zweimal in einer Woche sahen.

 

RIP Lorna Doom 1958-2019

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Laut Don Bolles ist Lorna Doom, die Bassistin der Germs, gestorben.

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Screenshot Twitter

Nachruf in der NYT.

Zur Erinnerung nochmal Hans Wurst über die Germs (Same Old Song, Nr. 30, September 1980):

(…) am letzten Tag meines Aufenthalts in Los Angeles wurde mir ein Live-Band von den Germs vorgespielt.

Sie sind unglaublicherweise noch besser!

Es ist nicht zu fassen!

Stilistisch machen sie genau das gleich wie die Mau Maus oder Black Flag.

Sie sind halt nur noch satter, noch powervoller, noch schneller!

Sie sind die schnellste Gruppe der Welt!

Die Germs sehen und dann das Ende.

Das hätte ich nicht erwartet. Ich hatte gedacht, die Germs seinen fantastische Dilettanten, aber dass sie die beste Band aller Zeiten sind – besser als Crime oder Velvet Underground!!! – unglaublich!

So ein Dreck, dass ich sie verpasst habe.

Eine Woche nach meinem Abflug spielten sie wieder, nach drei Monaten Pause.

Sie haben den schrillsten Sound der Popmuski!

Sie sind die Erfüllung der Popmusk!

Sie sind die einzige Gruppe!

Sie haben die Power der Wasserstoffbombe!

Ich werde hysterisch!

Ich brauch‘ dringend eine Pause.

Meine Damen und Herren, bitte haben sie Verständnis für die kleine technische Panne.

Wir hoffen, dass es in wenigen Augenblicken weitergeht.

 

Ich bin wieder da.

Die Germs sind die endgültige Punk-Gruppe.

Sie waren nie besser als sie es heute sind.

Sie degradieren jede englische Band zur absoluten Bedeutungslosigkeit.

Sie sind das, was die Sex Pistols nie waren: Chaos und Schrott und Power.

Sie degradieren auch ihre eigenen Plattenveröffentlichungen zur Bedeutungslosigkeit.

Auch die (sieben) Livestücke, die es von ihnen gibt, sind völlig anders.

„Sex Boy“ war ganz am Anfang (und wurde auch prompt aus dem Film „Up In Smoke“ rauszensiert).

„Shut Down“ ist die Abkühlnummer der Germs. Das spielen sie manchmal so lange, bis alle Fans den Saal verlassen haben. Oder sie spielen es, wenn sie zu stoned sind für alles andere.

Durch die Platten bekommt man ganz offensichtlich eine völlig falsche Vorstellung vom LA-Sound.

Völlig falsch wurde er auch von mir in einer früheren Nummer von „Same Old Song“ beschrieben, nämlich als „reativ dünn“ etc.

Peinlich, peinlich, solche inkompetenten Äußerungen.